Bauturbo in Heiden: Vielfalt im Inneren, Grün im Äußeren
Der „Bau-Turbo“ (§ 246e BauGB) ermöglicht uns eine schnellere Nachverdichtung im Ort, ohne dass jedes Mal ein langwieriger Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Das ist eine große Chance für mehr Wohnraum im Ortskern – denn wenn wir im Ortsinneren klug verdichten, müssen wir weniger wertvolles Grün am Ortsrand bebauen.
Dabei ist es entscheidend, eine gute Abwägung zwischen den Interessen der Bauherren, der direkten Nachbarschaft und unserer gesamten Dorfgemeinschaft herzustellen. Deshalb arbeitet der Rat aktuell an der „Heidener Leitlinie“, die einen verlässlichen Rahmen für dieses schnelle Bauen setzt und Wildwuchs verhindern soll.
Die Verwaltung hat bereits gute Eckpunkte geliefert, und auch die CDU hat wichtige Ergänzungen eingebracht. Insgesamt liegen die Positionen gar nicht weit auseinander. Doch in einem Punkt setzen wir Grüne einen anderen Fokus: Wir glauben nicht, dass die Anzahl der Klingelschilder das Problem für eine Nachbarschaft ist. Das Problem ist die Baukörpergröße.
Zwei Wege für Heiden:
- Das CDU-Modell: Eine pauschale Beschränkung auf drei Wohneinheiten. Das führt in der Praxis oft zu wenigen, aber sehr großen und teuren Wohnungen.
- Unser Grünes Modell: Ein flächenschonendes, kompaktes Haus, in dem durch geschickte Planung bis zu fünf kleinere Einheiten Platz finden.
Warum ist uns das wichtig? Heiden braucht dringend bezahlbaren Wohnraum – für unsere Auszubildenden, die ihre erste eigene Wohnung suchen, und für unsere Senioren, die ihr zu groß gewordenes Einfamilienhaus verlassen möchten, um barrierefrei und zentral im Dorf zu leben. Wer heute eine Wohnung mit 40, 50 oder 60 Quadratmetern sucht, findet in Heiden kaum Angebote. Wir müssen die demografische Entwicklung in den nächsten 10- 30 Jahren berücksichtigen, da ist es absehbar, dass in Heiden in den nächsten Jahrzehnten mehr kleinere Wohnungen für Alleinstehende und ältere Paare benötigt werden.
Wir wollen, dass diese Menschen ein Zuhause finden, ohne dass wir dafür unsere Gärten opfern. Ein schlankeres Gebäude lässt Platz für Hecken und Bäume statt hoher Mauern. Das bewahrt den freien Blick ins Grüne, schützt die Privatsphäre der Nachbarn und erhält das Mikroklima in unserem Ort.
Sozial und ökologisch konsequent:
- Sozialer Wohnungsbau: Während die CDU die Quote für öffentlich geförderten Wohnraum ganz streichen möchte, wollen wir sie für größere Projekte (ab 5 Wohneinheiten) erhalten. Das entlastet kleine, familiäre Vorhaben, nimmt aber große Investoren für die Gemeinschaft in die Pflicht.
- Klimaschutz am Bau: Durch Dach- und Fassadenbegrünung sowie versickerungsfähiges Pflaster (z. B. Rasengittersteine für Stellplätze/Zufahrten) gleichen wir die Versiegelung aus. Da es in unseren Sommern immer heißer wird, ist jede Grünfläche Gold wert.
Unser Ziel: Klimaneutralität 2050 Damit Heiden bis 2050 klimaneutral wohnen kann, müssen wir schon heute die Standards ansetzen, die wir auch für jedes neue Baugebiet fordern würden.
Die Entscheidung wurde gestern vertagt – mit den anderen Fraktionen werden nun alle Vorschläge geprüft, um eine Leitlinie für den Bau-Turbo in Heiden getragen von allen vertretenen Parteien im Rat zu verabschieden. In 14 Tagen geht es im Bau- und Klimaausschuss in die nächste Runde. Wir werden weiter unsere Vorschläge für einen Bau-Turbo, der sozial gerecht und ökologisch vernünftig ist, dort einbringen!




Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Aus für „HeiLeWelt“: Ein Rückschlag für das Bürgerengagement und den Klimaschutz in Heiden
In der letzten Ratssitzung wurde eine Entscheidung getroffen, die wir Grüne zutiefst bedauern: Die Ratsmehrheit aus CDU und UWG hat das kommunale Förderprogramm „HeiLeWelt“ beendet. Damit wird ein etabliertes Instrument…
Weiterlesen »
Haushaltsrede 2026: Grüner Kurs für ein zukunftsfähiges Heiden!
Mutig in die Zukunft blicken: Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen hat ihre Prioritäten fürden Haushalt 2026 dargelegt. Der Fokus liegt klar auf Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeitund der Stärkung der…
Weiterlesen »
💚 Danke, Heiden! 💚
10,51 % der Stimmen – 3 Sitze im Gemeinderat.Wir hätten uns mehr erhofft, klar. Vor 5 Jahren waren es 13,2 %. Aber Demokratie heißt: Ergebnisse annehmen, zuhören, weiterarbeiten. Wir gratulieren…
Weiterlesen »