Aus für „HeiLeWelt“: Ein Rückschlag für das Bürgerengagement und den Klimaschutz in Heiden

In der letzten Ratssitzung wurde eine Entscheidung getroffen, die wir Grüne zutiefst bedauern: Die Ratsmehrheit aus CDU und UWG hat das kommunale Förderprogramm „HeiLeWelt“ beendet. Damit wird ein etabliertes Instrument abgeschafft, das seit 2019 Bürgern einen direkten Anreiz bot, aktiv am Klimaschutz in unserer Gemeinde mitzuwirken.

Die Fakten: Ein Programm mit hoher Resonanz

Die Zahlen der Verwaltung sprechen eine eindeutige Sprache. Das Programm wurde in den letzten zwei Jahren intensiv genutzt:

  • 2024: 59 bewilligte Anträge (Gesamtsumme: ca. 22.700 €)
  • 2025: 73 bewilligte Anträge (Gesamtsumme: ca. 24.650 €)
  • Aktuell: Bis zum 24.02.2026 gingen bereits wieder rund 50 Neuanfragen bei der Gemeinde ein.

Ob Balkonkraftwerke, die Umrüstung von Heizungsanlagen, Dämmmaßnahmen oder Grünbeet-Patenschaften – die Heidenerinnen und Heidener haben gezeigt, dass sie bereit sind, in die Zukunft ihrer Immobilien und unseres Dorfes zu investieren.

Klimaschutz nützt allen – Es gibt keine „Mitnahmeeffekte“

Die Ablehnung durch CDU und UWG wurde unter anderem mit angeblichen „Mitnahmeeffekten“ begründet. Wir halten dieses Argument für falsch. Klimaschutz ist keine Privatangelegenheit, bei der nur der Einzelne profitiert.

Unsere Überzeugung ist klar: Wenn CO2 eingespart wird – egal in welchem Haus oder auf welchem Grundstück – profitieren alle Heidener davon. Jede Kilowattstunde Sonnenstrom, jedes gedämmte Dach und jede entsiegelte Fläche verbessert unser lokales Mikroklima und schützt unsere Ressourcen. Ein Förderprogramm ist hier der notwendige „Stupser“, um Projekte vom Plan in die Tat umzusetzen.

Chance auf Modernisierung vertan

Gemeinsam mit der SPD haben wir beantragt, den Sperrvermerk für die Haushaltsmittel beizubehalten. Unser Ziel war es nicht, starr am Alten festzuhalten, sondern das Programm gemeinsam mit der Verwaltung und den anderen Fraktionen neu aufzulegen und anzupassen.

Die Verwaltung selbst hatte einen sachlichen Kompromiss vorgeschlagen:

  • Reduzierung des Budgets auf 30.000 Euro.
  • Austausch wenig genutzter Fördersäulen gegen neue, attraktive Maßnahmen.

Leider fand dieser konstruktive Weg keine Mehrheit. Statt das Programm gemeinsam weiterzuentwickeln, wurde es komplett gestrichen. Damit entzieht die Gemeinde den Bürgern die Unterstützung genau in einer Zeit, in der Eigenvorsorge und Klimaanpassung wichtiger denn je sind.

Unser Appell: Gemeinsam statt einsam

Wir Grüne fordern weiterhin: Wir brauchen ein Programm, das allen Heidenern zugute kommt. Klimaschutz darf nicht an ideologischen Fragen scheitern. Wir bleiben bei unserem Angebot, an einem neuen, modernen Förderkonzept mitzuarbeiten, das den Bürgern hilft, Heiden zukunftsfest zu machen.

Denn Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und wer das Engagement der Bürger bremst, schadet letztlich der gesamten Gemeinde.

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